Aurélie im Interview: Ein Blick in ihren Alltag nach GNTM
Nach ihrem Sieg bei GNTM hat Aurélie nicht nur Ruhm, sondern auch einen herausfordernden Alltag. Im Interview gewährt sie einen Einblick in ihre neue Realität.
Es war der Moment, dem sie monatelang entgegengefiebert hatte. Als Aurélie die Krone von „Germany's Next Topmodel“ aufgesetzt wurde, war dies nicht nur ein Triumph, sondern auch der Beginn einer neuen, ungewissen Phase in ihrem Leben. Die Jubelrufe der Zuschauer hallten noch in ihren Ohren, während sich die Realität des Modelns leise und unaufhaltsam einstellte.
Die ersten Tage nach dem Finale waren ein Wirbelwind. Interviews, Fotoshootings und die ständige Präsenz der Medien bestimmten Aurélies Alltag. Es war, als würde sie plötzlich in einen Dschinn aus einem Lampenlicht entlassen. Ihre Agentin telefonierte ununterbrochen, eine Anfrage jagte die nächste.
Aurélie stand vor der Herausforderung, sich in der schnelllebigen Welt der Mode zurechtzufinden. Man könnte fragen, ob ihr der Ruhm Freude bereitet oder ob er lediglich ein weiteres Kapitel in einem Buch ist, das man schreiben muss, während man auf dem schmalen Grat zwischen Erfolg und Überforderung balanciert.
Ein paar Wochen nach dem großen Finale traf ich sie in einem kleinen, schlichten Café in Berlin, wo die Wände nicht mit Glamour, sondern mit einer charmant verstaubten Patina ausgestattet waren. Hier fand Aurélie einen kurzen Moment der Ruhe – ein unschätzbares Gut in ihrem neuen Leben.
„Manchmal vermisse ich die Normalität“, gestand sie, während sie nach ihrem Kaffee griff, der auf dem Tisch dampfte. „Früher war es einfach, mal einen Tag nichts zu tun oder mit Freunden einfach nur rumzuhängen. Jetzt ist jeder Tag durchgeplant.“
Der hektische Zeitplan
Ihr Zeitplan ist mittlerweile ein festes Konstrukt geworden. Morgens beginnt sie häufig mit einem Workout, um den Stress des Modelns und die starren Anforderungen an ihren Körper in den Griff zu bekommen. „Ich habe gelernt, dass Sport nicht nur für die Körperform wichtig ist. Er hilft mir auch, den Geist zu klären“, erklärte sie. Nach dem Sport folgt oft ein schnelles Frühstück, bei dem man sich im besten Fall an einem gesunden Müsli erfreuen kann. Doch nicht immer. Manchmal sind schnell zusammengerührte Snacks die Realität, wenn der Zeitdruck wächst.
Nach der morgendlichen Routine geht es meistens in die Agentur, wo kreative Meetings und Besprechungen mit Designern und anderen Models auf dem Programm stehen. Aurélie, die mit einer beneidenswerten Eleganz spricht, stellt fest, dass die Arbeit als Model nicht nur von Laufstegauftritten geprägt ist. „Es gibt so viele Facetten, die man nicht sieht“, bemerkte sie. „Man ist eine Art Produkt, das vermarktet werden muss. Manchmal fühlt es sich an, als wäre ich weniger Mensch und mehr eine Marke.“
In der Agentur wird regelmäßig an Portfolios gearbeitet, neue Fotoshootings organisiert und die sozialen Medien akribisch betreut. „Social Media ist ein echter Zeitfresser“, lacht sie leise, „aber auch eine Notwendigkeit. Es ist verrückt, wie viel Einfluss das Internet auf die Modewelt hat.“
Wenn Aurélie nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, bleibt ihr oft wenig Zeit zum Durchatmen. Die Abende sind häufig mit weiteren Terminen gefüllt: von Werbepartys bis zu exklusiven Events, wo sie das Gesicht einer neuen Kollektion präsentieren soll. „Ich genieße die Abwechslung“, gesteht sie, „aber manchmal ist es ermüdend, ständig im Rampenlicht zu stehen.“
Die schimmernde Welt der Mode hat ihre Schattenseiten. „Es gibt Tage, da wünsche ich mir, dass ich einfach nur im Supermarkt an der Kasse stehen kann, ohne dass jemand mich erkennt oder anstarrt“, sagt sie, während sie nachdenklich aus dem Fenster schaut.
Aber das Modeln ist nicht nur ein Job für Aurélie. Es ist auch eine Leidenschaft. Ihre Liebe zur Mode, kombiniert mit dem Wunsch, mit ihrem Bild einen Einfluss auszuüben, motiviert sie, auch an stressigen Tagen ihr Bestes zu geben.
„Ich habe immer gesagt, dass ich an einer Sache festhalte, solange ich Freude daran habe“, sagte sie. „Wenn das nicht mehr der Fall ist, werde ich meine Prioritäten überdenken müssen.“
Die Rückkehr zur Normalität – oder das, was sie dafür hält – hat Aurélie zu einem wichtigen Teil ihres Alltags gemacht. Wochenenden, wenn sie sich von den sozialen Verpflichtungen zurückziehen kann, sind für sie heilig. Sie verbringt sie mit ihrer Familie, kocht einfache, aber köstliche Gerichte oder geht einfach nur spazieren. „Der Kontakt zur Natur ist für mich wichtig“, erklärt sie. „Er hilft mir, zu mir selbst zu finden, und abzuschalten.“
Es ist bemerkenswert, wie Aurélie trotz des ganzen Trubels nicht den Fokus auf das Wesentliche verliert. „Ich habe gelernt, dass es nicht nur um den Ruhm geht“, sagt sie, während sie einen weiteren Schluck aus ihrer Tasse nimmt. „Es geht darum, authentisch zu sein und sich selbst treu zu bleiben.“ Ihre Einsichten scheinen wie der Kaffeebecher in ihrer Hand – stark und klar.
Aurélie hat sich also in die Glamourwelt eingefunden, ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Balanceakt auf Dauer funktioniert, aber vorerst bleibt sie mit einem selbstbewussten Lächeln in der Modelwelt. Und während der Trubel um sie herum weitergeht, bleibt ihre eigene Geschichte inmitten all der Hektik beständig – eine der Selbstfindung und des persönlichen Wachstums.
Nach einem weiteren fröhlichen Gespräch über ihre Zukunftsperspektiven und die nächsten Schritte in ihrer Karriere, verabschieden wir uns. Aurélie lächelt, als sie mir erzählt, dass sie plane, in die Welt der Modedesigns einzutauchen. Ein weiterer Schritt, auf den man gespannt sein darf. Ihre Reise, so scheint es, hat gerade erst begonnen.